BEIERLORZER MIT SEINEM LATEIN AM ENDE?

Spätestens nach dem desaströsen Auftritt des 1. FC Köln im DFB-Pokal beim 1.FC Saarbrücken ist allen klar, so kann es nicht weitergehen. Die Mannschaft ließ in jeder Hinsicht zu wünschen übrig. Einer schwache torlose erste Hälfte, folgte dann in der zweiten Hälfte der GAU schlechthin. Schnell stand es 2:0 für den Viertligisten. Der FC versuchte sich zwar noch aufzubäumen und schaffte tatsächlich durch Tore von Hector und Terodde noch den Ausgleich. Anstatt allerdings mit einem blauen Auge davon zu kommen und die Partie endgültig zu drehen, kassierte der FC gegen einen unterklassigen Gegner, der stehend KO zu sein schien, in der Nachspielzeit das 2:3. Damit war das Aus für die Kölner in der zweiten Pokalrunde besiegelt und die Blamage perfekt.

Der FC scheint nun die Quittung dafür zu bekommen, dass man kurz vor dem Aufstieg Trainer Markus Anfang auf unwürdige Weise feuerte und ihm den Schwarzen Peter zuschob. Armin Veh hat sich anschließend klar für Achim Beierlorzer von Jahn Regensburg ausgesprochen, der bis dato über keine Erstligaerfahrung verfügte. Trotzdem übertrug man ihm die Verantwortung und investierte 20 Millionen Euro in Neuzugänge, um nicht gegen den Abstieg spielen zu müssen. Mittlerweile muss man in Köln froh sein, wenn es am Ende der Saison zu Platz 16 reicht.

Baustellen ohne Ende

Während zumindest unter Anfang noch der Sturm mit Cordoba, Modeste und Terodde funktionierte, hat der FC unter Beierlorzer gleich auf mehren Positionen Baustellen. Der Angriff ist bis auf Terodde harmlos. Das Mittelfeld ist nicht torgefährlich genug und macht auch aus Standardsituationen zu wenig. Die Abwehr ist weiterhin das größte Sorgenkind. Dazu kommt noch, dass Torhüter Timo Horn nur noch ein Schatten vergangener Tage ist und völlig verunsichert wirkt.

Schaut man sich an, wie die Geißböcke zu ihren bisherigen Punkten gekommen sind, wird es auch nicht besser. Beim SC Freiburg drehten die Kölner das Spiel letztlich erst in der Nachspielzeit als Skhiri mit einem Solo für den Siegtreffer sorgte. Auf Schalke glückte ebenfalls erst kurz vor Schluss Jonas Hector mit einem Kopfball der Ausgleich. Auch auf den ersten Heimsieg mussten die FC-Fans warten, bis Mitaufsteiger SC Paderborn zu Gast war. Allerdings hätte sich bei einer Niederlage zwangsläufig die Frage gestellt, gegen welchen Gegner man denn dann noch gewinnen wolle.

Kein System und fehlende Einstellung

In Saarbrücken stand jedenfalls keine Mannschaft auf dem Platz und dementsprechend kam auch nur Stückwerk dabei heraus. Die ersten beiden Gegentore fielen zwangsläufig, weil der FC kein Mittel fand, um den unterklassigen Gegner in Bedrängnis zu bringen. Der berühmte Einsatzwille war beim FC ebenfalls Fehlanzeige. Der ganze Auftritt war ein Indiz dafür, dass Beierlorzer scheinbar sein System nicht auf die Mannschaft übertragen kann und alles regungslos an der Außenlinie verfolgte. Spieler wie Modeste und Cordoba wirken teilnahmslos und wie Fremdkörper auf dem Platz.

Abschließend bleibt festzustellen, dass der 1.FC Köln seit seinem letzten Abstieg sich scheinbar nicht weiterentwickelt hat. Der Vorstand und andere Positionen sind zwar neu besetzt, aber gelernt hat scheinbar niemand aus der Situation. Höchstwahrscheinlich wird Armin Veh bald das sinkende Schiff verlassen und auch Beierlorzer bei einer Niederlage am Sonntag in Düsseldorf seine Koffer packen müssen. Damit stünde der FC ohne Manager und Trainer dar. Der eingefleischte Köln-Fan hat spätestens jetzt ein Deja-vu. Wie das alles vorletzte Saison ausgegangen ist, dürfte hinlänglich bekannt sein.

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